Am 8. September 2012 findet unsere Demo gegen Sexismus und Verharmlosung von sexualisierter Gewalt und für einen offenen Umgang mit Sexualität und Geschlecht statt.
Wir sammeln uns um 14 Uhr beim Hachmannplatz (beim Hauptbahnhof) und laufen gegen 15 Uhr los. Die Route sieht wie folgt aus:

Hachmannplatz – Kirchenallee – Steintordamm – Mönckebergstraße – Bergstraße – Jungfernstieg – Gänsemarkt (Zwischenkundgebung) – Valentinskamp – Dragonerstall – Johannes-Brahms-Platz – Sievekingplatz – Feldstraße – Neuer Kamp – Neuer Pferdemarkt – Schanzenstraße – Sternschanze

Bei der Startkundgebung werden Infozettel verteilt, auf denen ihr alle wichtigen Informationen findet! (Wie finde ich das Awareness-Team, welche Nummer hat der EA, wo laufen wir eigentlich lang…)
Bitte achtet darauf, dass der erste Block (eingerahmt von Transpis) ein FLT*I* (FrauenLesbenTrans*Inter*)- Block sein soll, also sind Cis-Männer nicht erwünscht!

Demoaufruf (gerne weiterverbreiten!)

Teil unserer diesjährigen Auseinandersetzung mit Sexismus und sexualisierter Gewalt aus intersektionalen Perspektiven soll auch, wie im letzten Jahr, eine große Demo sein. Die Idee von enter_the_gap ist dabei vor allem, verschiedene Formen von Thematisierung durch vielfältige Formen von Aktion zu ermöglichen.
Deswegen haben wir uns neben einer Kundgebung und den Aktionswochen mit Vorträgen und Workshops auch für eine Demo entschieden. Uns ist klar, dass eine Demonstration immer nur verkürzt Inhalte wiedergeben kann und als Aktionsform auch immer exklusiv ist. Deshalb halten wir eine Kombination aus Kundgebung, Aktionswochen und Demonstration am sinnvollsten.

Der Slutwalk im letzten Jahr war ein mediales Spektakel und durch die breite Öffentlichkeit ist sicher auch der Diskurs um sexualisierte Gewalt und ein Begehren nach Selbstbestimmung weiter angefacht worden; dennoch nehmen wir insbesondere von der schwierigen Presseöffentlichkeit Abstand. Es geht und ging uns nicht um ein „Recht auf Sexyness“, wie vielmals in den Medien berichtet wurde, sondern um eine Form der Selbstbestimmung, die sich Kategorien wie „sexy“ und „unsexy“ nicht anpassen muss. Diese Form von Selbstbestimmung funktioniert in erster Linie durch eine Kritik an gewaltförmigen Herrschaftsmechanismen und Diskriminierungsformen, die uns Tag für Tag einschränken! Es gibt keine Person, die nicht von Unterdrückung betroffen ist, aber in vielen Fällen unterscheidet sich der Raum an Handlungsfähigkeit noch deutlicher, wenn Personen von mehreren Diskriminierungen betroffenen sind: Dafür gilt es sensibel zu sein und eine breite Kritik zu formulieren!

Unsere Demo soll Fragen aufwerfen und eine Lücke lassen. Das _gap_ als eine symbolische Lücke macht den Bruch mit der normativen Ordnung sichtbar und damit lebbar, ohne dabei Diskriminierung weiter reproduzieren zu wollen. Der Kampf für und um das _gap_ als wichtiger Teil queerer widerständiger und sexueller Praxen steht für uns im Mittelpunkt.
Über die Form einer öffentlichen Demonstration wollen wir unser Anliegen nach Außen tragen! Auf der Demo wird es einen TLFI* (Trans* Lesben Frauen Inter*) Block geben sowie Awarenessstrukturen, die ihr bei Übergriffen adressieren könnt. Wir achten auch auf die Barrierefreiheit der Route und einfache Erreichbarkeit der Kundgebungsorte.

Lasst uns Raum nehmen und die Straßen füllen – mit Fragen und Eindrücken und dabei einen Anstoß für (Selbst)Reflexion geben! Lasst uns ein Zeichen setzen gegen sexualisierte Gewalt, Zurichtungspraxen an Inter*, stereotype Genderklischees, Sexismus, homo- und trans*phobe Haltungen, Lookismus, Ableismus, Rassismus, Antisemitismus und deren Zusammenspiel.
Deswegen kommt zahlreich zur Demonstration und zeigt eure Wut über sexistische Zustände! Wir wollen kein Leben, in dem sexualisierte Gewalt, Übergriffe und Belästigungen verharmlost und legitimiert werden und den Betroffenen die Schuld gegeben wird. Für eine konsensuelle Sexualität und Selbstbestimmung in gender und desire!

enter_the_gap!