Hier findet ihr Begriffe, die vielleicht nicht allen Leser_innen bekannt sind. Falls welche fehlen, schreibt uns gerne!

Definitionsmacht
Die Definition, ob eine sexualisierte Grenzverletzung vorgefallen ist, liegt einzig und allein bei der betroffenen Person. Jede von sexualisierter Gewalt betroffene Person kann nur für sich selbst sagen, was sie wann als Gewalt empfindet und wie sie diese individuell erlebte Gewalt wahrnimmt. Gewalt wird aufgrund der persönlichen Geschichte, Gegenwart und Erfahrung von Betroffenen unterschiedlich erlebt, eingeordnet und eingeschätzt. So kann es z.B. sein, dass ein Übergriff erst nach längerer Zeit von einer betroffenen Person als solcher definiert wird – Definitionsmacht verjährt nicht.
Das heißt, unabhängig davon, wie der sexualisierte Übergriff aussah: Wenn eine betroffene Person eine Vergewaltigung oder einen sexualisierten Übergriff so bezeichnet, dann entspricht das genau ihrer Wahrnehmung und ist somit als genau diese Bezeichnung zu akzeptieren.
(von: http://defma.blogsport.de)

Gender
Das von einer Person empfundene eigene Geschlecht, das nicht mit den (äußeren und/oder inneren) Sexualorganen oder restlichen Sexualmerkmalen übereinstimmen muss.
(von: http://highoncliches.wordpress.com/glossar)

Person of Color/People of Color/POC
Die Begriffe „People of Color“ (kurz: POC) und „Schwarze“ sind positiv konnotierte Selbstbezeichnungen, die sich von kolonial geprägten und/oder rassistischen Fremdbezeichnungen bewusst abgrenzen. Sie referieren nicht auf die Hautfarbe oder die vermeintliche „Ethnizität“ einer Person, sondern stellen politische Selbstpositionierungen und eine widerständische Praxis gegen die Markierung als Nicht-Weiße_n durch eine Mehrheitsgesellschaft dar.
Als Kampfbegriffe wurden sie in den weltweiten Befreiungsbewegungen der 1960er Jahre populär und werden seit den 1990er Jahren vermehrt verwendet. Die Betonung liegt auf der Solidarisierung unter den von Rassismus betroffenen gesellschaftlichen Gruppen, also jener, die einer vermeintlich weißen Norm als „Andere“ gegenüber gestellt werden, wobei Weiße dabei unmarkiert bleiben. Homogenisierende ethnische Kategorisierungen wie „die Afrikaner“, „die Türken“, „die Muslime“ oder „die Asiaten“ sind rassistische Konstruktionen, derer sich Weiße bedienen, um essentialistische Kulturkonzepte zu formulieren, mit denen sie ihre Überlegenheit behaupten. Durch die Praxis der Ethnifizierung und Rassifizierung werden in der deutschen Gesellschaft Differenzen konstruiert. Auf dieser Basis werden Mythen wie „Zivilisierte“ vs. „Unzivilisierte“, „wir“ vs. „die Anderen“ produziert und reproduziert.
Sich als POC oder Schwarze_r zu bezeichnen, wirkt solchen rassistischen Strategien entgegen, denn, wie Kien Nghi Ha es treffend formuliert: ‘Indem die kommunalen Grenzen marginalisierter Gruppen überschritten werden, finden eine Bündelung von Kräften und eine erweiterte Solidaritätspolitik statt. Dadurch wird die Weiße Dominanzstrategie des Teilens und Herrschens unterlaufen und die Effektivität antirassistischer Interventionen erhöht.’
(von: http://akuniwatch.wordpress.com)

Privileg
Strukturelle Bevorteilung einer Person aufgrund von Merkmalen, die (meist!) nicht erworben werden können, wie etwa Geschlecht, sexuelle Orientierung, Hautfarbe, Cis-Sexualität, Klassenzugehörigkeit, Einwandererstatus, körperliche und geistige Verfassung etc.
(von: http://highoncliches.wordpress.com/glossar)

Weiß
Weißsein ist keine Bezeichnung einer auf biologischen Gegebenheiten basierenden homogenen Gruppe. „Rassen“ und Ethnien sind sozial konstruiert. Dennoch haben alle aus Rassialisierungsprozessen resultierenden Zuschreibungen reale Folgen im Sinne von Diskriminierung bzw. Privilegien. Peggy McIntosh spricht davon, dass weiß zu sein bedeutet, mit einem unsichtbaren Rucksack gesellschaftlicher Privilegien ausgestattet zu sein. Diese Privilegien sind nicht verdient worden, sondern durch eine gewaltsame Dominanzstruktur gesichert. Mit diesem unsichtbaren Rucksack ist u.a. auch das Privileg verknüpft sich mit Rassismus nicht auseinandersetzen zu müssen – und dies (meist) auch nicht zu wollen.
Der feministischen Theologin Eske Wollrad zufolge bildet Weißsein „den Kern rassistischer Hegemonie”. Es ist eine spezifische und wandelbare Identität, die zugesprochen, erkämpft und verloren werden kann. Um als Identität entstehen und fortbestehen zu können, bringen weiße Personen fortwährend „die Anderen“ hervor. Dies geschieht durch vielschichtige Abgrenzungen und negativ konnotierte Zuschreibungen. Ziel der Bildung und Aufrechterhaltung dieser Kategorien ist die (Re)Produktion weißer Dominanz innerhalb der rassifizierten Machtstrukturen – weiße Privilegien und Gewalt werden so legitimiert. Dadurch, dass lediglich „die Anderen“ benannt und markiert werden, bleibt Weißsein als unterliegende Norm und Motor dieser Prozesse unsichtbar und unmarkiert. Weiße erscheinen als nicht-rassialisiert und neutral.
(von: http://akuniwatch.wordpress.com)

Queer-Feminismus
kritisiert u. a. die starre Einteilung in zwei Geschlechter und die damit verbundene gesellschaftliche Erwartungshaltung, die stereotype Rollenbilder, Ungleichheitsverhältnisse und Unterdrückungsmechanismen mit sich bringt. Zudem beschäftigt sich der queer-Feminismus nicht mit dem Sexismus als einzigem Unterdrückungsmechanismus, sondern geht von einer Verschränkung vieler unterschiedlicher Unterdrückungsmechanismen aus (Rassismus, Antisemitismus, Kolonialismus, (dis-)ability etc.) und versucht diese dementsprechend zu berücksichtigen, aufzuzeigen und zu thematisieren…
(von: http://maedchenblog.blogsport.de/2006/06/21/feminismus/)

Und zum Thema Gender Gap:
http://arranca.org/ausgabe/28/performing-the-gap